Haptik Systeme

Haptik wird als Lehre vom Tastsinn bezeichnet und beschreibt die
subjektiven Empfindungen, welche der Mensch über die Haut aufnimmt. Unter Haptik
wird also die Gesamtheit aller Tastwahrnehmungen verstanden, die über
Befindlichkeiten von Produkten und somit über Zustimmung oder Ablehnung
bestimmen.  Damit trägt die Haptik elementar zum subjektiven Qualitätsempfinden
bei und stellt ein wichtiges Kriterium für die Kundenzufriedenheit dar.
Beispiele hierfür sind Leder im Fahrzeug, Möbeloberflächen, Handys, Soft-Lacke
sowie Kosmetik- und Hygieneartikel.
Derzeit ist es üblich, die Haptik von Produkten durch Probanden beurteilen zu
zu lassen. Dieses Verfahren ist in der Aussagefähigkeit menschlichen Schwankungen unterworfen
und führt zu erheblichen Verwerfungen bei der Qualitätsdefinition und - ermittlung zwischen
den Vertragsparteien. Darüber hinaus ist dieses Verfahren personalintensiv und sehr teuer..
Daher ist ein objektives Prüfsystem wichtig, welches mit den unterscheidbaren
Beschreibungen (Deskriptoren) von Gefühlseindrücken korreliert.

In intensiven Probandenstudien wurden Deskriptoren
definiert, welche den einzelnen Gefühlseindrücken eindeutig und ohne "Crosstalk"
zugeordnet werden können. Hierzu gehören die Topografie, die Deformation incl.
Härte und horizontaler/vertikaler Elastizität/Plastizität und die
Biegesteifigkeit, die Reibung  inklusive Klebrigkeit und Rutschigkeit und
schließlich die  "gefühlte Temperatur". Für diese physikalischen Messgrößen
wurden Prüfsysteme entwickelt, welche über ein Haptik-Zentralsystem angesteuert
werden und dann die Ergebnisse zurückmelden. Das Haptik-Zentralsystem verwaltet
die Daten und stellt Zielgrößen und Abweichungen in einem Spinnendiagramm dar.